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Hirntod und technologischer Wandel
J. Hughes   Jun 7, 1997   Telepolis  

Personale Identität, neuronale Prothesen und Uploading

Biotechnologien, die es bereits gibt und deren Entwicklung wir voraussehen können, greifen in unser Verständnis des Lebens ein und zwingen dazu, die Grenzen zwischen Leben und Tod neu zu ziehen. Das ist heute immer weniger eine philosophische oder religiöse Aufgabe, sondern ein praktischer Bestandteil der Lebenswirklichkeit, die stets neuen Anlaß zu Auseinandersetzungen provoziert und zeigt, wie stark die Techniken buchstäblich in das Leben eines jeden früher oder später eingreifen.

Der amerikanische Bioethiker diskutiert die Infragestellungen der Todesdefinitionen anhand bereits existierender und möglicherweise bald zu erwartender Technologien. Heute wird ein Mensch nicht mehr als tot betrachtet, wenn es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand gekommen ist, sondern wenn sein Gehirn irreversibel ausgefallen ist. Aber schon beginnt die Diskussion, ob man das Kriterium des Ganzhirntodes durch das weitaus problematischere des Teilhirntodes ersetzen, ob letztlich der körperliche Tod dem Tod der Persönlichkeit oder dem sozialen Tod weichen soll.

Normalerweise wissen wir und können wir sagen, wann ein Tier lebendig oder tot ist. Doch bei einer genaueren Untersuchung entdecken wir, daß dies in vielen Fällen, wie die Juristen sehr gut wissen, eine sehr komplexe Frage ist. Sie haben ihren Geist vergeblich angestrengt, um eine rationale Grenze zu entdecken, jenseits derer das Töten eines Kindes im Bauch seiner Mutter ein Mord wäre. Das ist genauso unmöglich wie eine absolute Bestimmung des Augenblicks des Todes, da die Physiologie zeigt, daß der Tod nicht ein plötzliches, unmittelbares Ereignis ist, sondern ein sehr langwieriger Prozeß.

Kurz nachdem der Hirntod als Todeskriterium vorgeschlagen wurde, setzte eine Diskussion ein, wie weit das Gehirn eines Patienten zerstört sein mußte, um diesen als tot zu erklären. [subtext]Robert Veatch eröffnete die Debatte durch die These, daß Menschen als tot bezeichnet werden sollten, wenn sie die Fähigkeit verloren hätten, sinnvoll mit anderen zu interagieren. Schnell schloß sich Veach eine kleine, aber lautstarke Gruppe von [subtext]Neo-Kortilakisten an. Als Reaktion haben die [subtext]Ganzgehirnler eine Norm verteidigt, die einen vollständigen Hirntod erfordert. Diese Norm wurde schließlich von der Kommission des Präsidenten zur “Untersuchung der ethischen Probleme in der Medizin und in der biomedizinischen und Verhaltensforschung” unterstützt und in die meisten Gesetze aufgenommen.

Die Diskussion in den 70er und 80er Jahren machte deutlich, daß der wirkliche Vorteil des Ganzhirn-Todeskriteriums, obgleich für dessen ethische Überlegenheit einige Begründungen vorgetragen wurden, in seiner pragmatischen Handhabung lag: es war leichter zu operationalisieren, es stand in konservativer Weise auf der Seite des Lebens und wurde als die radikalste Lösung betrachtet, die von der Öffentlichkeit noch akzeptiert werden würde. Das Ganzgehirn-Todeskriterium war von Beginn an ein Kompromiß zwischen den Anhängern der neokortikalen und denjenigen der somatischen Definition.

Es ist unsere Überzeugung, daß das Ganzgehirn-Todeskriterium, trotz der von ihm ausgehenden Verwirrung, wahrscheinlich am besten die widerstreitenden Bedürfnisse in unserer Gesellschaft in der Waage hält. Das beruht weitgehend auf utilitaristischen Erwägungen.
Botkin and Post, 1992

Hier will ich zeigen, daß die Ganzhirndefinition des Todes ein unhandlicher historischer Kompromiß ist, der zerfällt, wenn die Technologien des 21. Jahrhunderts die Wiederherstellung, Ersetzung und Manipulation von Körper- und besonders von Gehirngewebe ermöglichen werden. Diese Technologien werden Anomalien in der Ganzhirndefinition aufzeigen, die uns zu einer neokortikalen Todesdefinition und darüber hinaus führen.

Beginnen werde ich mit der Ansicht einiger Anhänger der neokortikalen Definition (Brody 1988, Wikler 1988, McMahan 1995), die behaupten, daß dieser Maßstab am besten im Rahmen eines Geist-Körper-Dualismus formuliert werden kann, der zwischen sozialem und biologischem Leben und Tod eine Unterscheidung trifft. Diese Ansicht wird den Verfechtern des Ganzhirntodes und den “unitarischen” Neokortikalisten (Youngner and Barlett 1983) gegenüber gestellt, die sagen, daß es nur einen Tod geben kann. Ich gehe dann den Gedankenexperimenten dieser Autoren nach, um zu sehen, wie künftige technologische Fortschritte eine weitere Klärung der Definition des sozialen Todes erzwingen könnten, wobei ich die gerade beginnenden Möglichkeiten der Gehirnreparatur in den Mittelpunkt stelle. Schließlich werde ich diskutieren, wie solche Technologien selbst das neokortikale Modell in Frage stellen und es in Richtung einer auf die Persönlichkeit basierenden Definition treiben können.

Der soziale Tod: die Operationalisierung des Todesbegriffs

Wäre es nicht angemessener zu sagen, daß ein Patient, auch wenn sein Körper noch lebt, keine Person mehr ist, da er, sobald sein Kortex nicht mehr arbeitet, die physiologische Grundlage dessen eingebüßt hat, was für seine Persönlichkeit entscheidend ist?
Brody 1988

Der Tod als Problem bei der Diskussion über den Hirntod ist keine empirische Realität, sondern eine soziale Kategorie, ein “sozialer Tod”. Es handelt sich um die Frage, welche Körper wir benutzen und beerdigen können und welchen wir Medizin oder Nahrung geben, als wären sie “lebendig”. Der operationalisierte “soziale Tod” würde uns sagen, welchen Körpern wir keine Nahrung mehr geben, welche wir von Maschinen zur Lebenserhaltung lösen, welchen wir Organe entnehmen und welche wir einäschern können. Ich möchte, mit anderen Worten, eine etwas stärkere soziologische Version des Arguments weiter entwickeln, das andere Befürworter für den Geist-Körper-Dualismus vorgetragen haben, das sich aber von der Position des ganzen Gehirns oder des unitarischen höheren Gehirns unterscheidet, daß der unwiederbringliche Verlust des Bewußtseins der einzig mögliche Tod für einen Menschen sei.

James Bernat und andere haben bei der Verteidigung der Definition des Ganzhirntodes behauptet, daß es einen universell anerkannten Maßstab für die Feststellung des Todes gibt. Das kann zutreffen, obwohl das keine Bedeutung für unsere gegenwärtigen Schwierigkeiten haben muß. Ich möchte hingegen vorschlagen, daß es ein nahezu universelle Unterscheidung zwischen sozialer Persönlichkeit und körperlicher Existenz gibt. In vielen Kulturen werden Personen mit bestimmten Krankheiten und Behinderungen als “sozial tot” behandelt, bevor ihr körperlicher Tod eingetreten ist. Der soziale Tod hat als Mittel, mit Neugeborenen mit Anomalien und Behinderungen oder mit kranken Alten umzugehen, oder als Strafe gedient. Leichname werden in manchen Kulturen so betrachtet, als wären sie noch lange Zeit, nachdem wir sie als für erklären würden, vom Lebensprinzip bewohnt. Das ist beispielsweise bei den Tibetanern so, die dem Körper und seiner hörenden Seele noch eine Woche nach Ende der Atmung Lieder vorsingen. Und viele Gesellschaften glauben mehr oder weniger stark an die weitere Anwesenheit der Toten als Mitglieder der sozialen Ordnung, die Rechte und Verpflichtungen haben.

Andersherum ist die Geburt kein universell anerkannter Beginn des sozialen Lebens. In manchen Gesellschaften gelten Kinder bis zum ersten Lebensjahr nicht als Personen (Piers 1978, Harris 1979). Einige Religionen und Kulturen gehen davon aus, daß die soziale Persönlichkeit schon mit der Empfängnis oder noch davor beginnt. Andere glauben auf der Grundlage, daß eine Person die Rollen und Verpflichtungen einer anderen übernehmen kann oder soll, an eine Kontinuität der Identität über verschiedene Individuen hinweg.

Obgleich wir die meisten der eben erwähnten Anwendungen des Prinzips des sozialen Lebens und Tods in einfacheren Gesellschaften ablehnen würden, so zeigen diese Fälle, daß es keine universell anerkannte “scharfe Trennungslinie” zwischen sozialem Leben und Tod gibt.

Einer der geläufigsten Einwände gegen die Teilhirntod-Definition ist, daß es verabscheuungswürdig sei, einen atmenden Körper zu beerdigen. Einen Körper als tot oder sozial tot zu definieren, räumt nicht alle Verpflichtungen beiseite, ihn “menschlich” zu behandeln. Wir haben viele Verfahrensweisen hinsichtlich des Gebrauchs und der Verfügbarkeit von Leichen, die näher bestimmen, was wir als gute Sitten betrachten. Wir achten die Wünsche der Toten bezüglich ihrer Leichname und ihres Besitzes. Ganz ähnlich bedeutet die Definition des permanent nur vegetativ Lebendigen als sozial “Toten” nicht, daß wir Chirurgen gestatten müssen, Organe zu entnehmen, oder Leichenbestattern, sie zu beerdigen oder einzuäschern, während sie noch atmen. Wir können restriktiver im Umgang mit Körpern in einem andauernden vegetativen Zustand als mit solchen sein, die nicht mehr atmen, genauso wir restriktiver gegenüber dem Umgang mit einem Körper sein können, der für eine Totenwache am offenen Sarg vorbereitet wird, als mit einem, der verbrannt wird.

Das Konzept des sozialen Todes unterstellt, daß Staatsangehörigkeit, Rechte und Wert nicht den Körpern, sondern subjektiven Personen zugesprochen werden. Folglich würden wir einen Menschen, der das Beatmungsgerät bei einem Patienten abgeschaltet hat, nicht als Mörder, sondern als jemanden zur Rechenschaft ziehen, der mit Leichen zu tun hat. Wir würden es als absurd empfinden, gesellschaftliche Ressourcen für ihren Unterhalt aufzuwenden. Nach dem sozialen Tod gibt es keinen Patienten mehr. Wir würden die Krankenhausangestellten nicht auffordern, mit den permament im Koma Befindlichen zu sprechen.

Aus dieser Sicht ist der Körper eines Patienten im durchgängig vegetativen Zustand noch lebendig, und das kann er auch bleiben, während dies der Patient nicht ist.

Die meisten Vertreter des Ganzhirntod-Kriteriums kommen gut mit Familien und medizinischen Institutionen zurecht, die weitgehend stillschweigend lebensunterstützende Maßnahmen, was auch die Zufuhr von Nahrung oder Flüssigkeit betrifft, bei durchgängig im vegetativen Zustand Befindlichen auf der Grundlage von Vorgehensregeln, Entscheidungen der Angehörigen, Beurteilungen der Lebensqualität oder der Zuteilung von Ressourcen nicht beginnen oder diese beenden. Aber das Konzept des “sozialen Todes” oder des operationalen Todes heißt nicht, daß es einfachhin erlaubt wäre, dem andauernd im vegetativen Zustand Befindlichen Nahrung, Flüssigkeiten und Medizin vorzuenthalten, wohl aber, daß es nicht wünschenswert ist, diesen Körper am Leben zu erhalten, wenn daraus kein sehr wichtiges Gut erzielt wird. Es ist falsch, sie weiterhin so zu behandeln, als wären sie “lebendig”.

Es ist nicht nur eine Herabwürdigung eines bestimmten Individuums, sondern aller Menschen, einen Verstorbenen mit einem lebendigen Individuum zu verwechseln.

Wikler hat gezeigt, daß diese Begründung zirkulär zu werden droht. Wir können nicht einfach die Körper als “tot” bezeichnen, denen wir Hilfe vorenthalten wollen, und dann dies gegenüber dem “Toten” zu machen. Das unterstreicht die Bedeutung des Konzepts des sozialen Todes, das uns die Unterscheidung zwischen einem sozial Toten und anderen Patienten ermöglicht. Sozial tot sind die Körper, die keine Persönlichkeit und daher keine Interessensspielräume und keine Rechte auf medizinische Behandlung oder Ernährung besitzen.

Die meisten Teilnehmer an dieser Diskussion räumen ein, daß die Öffentlichkeit und die medizinischen Spezialisten über die Definition von andauernd im vegetativen Zustand Befindlichen als “Tote” schockiert sein würden (Tresch et al. 1991). Daher benutzen sie dies als Argument gegen das neokortikale Kriterium oder zur Aufklärung einer größeren Öffentlichkeit (Youngner et al. 1989). Aber es gibt Hinweise darauf, daß die Öffentlichkeit und die Ärzte bereit zu einer Diskussion sind, ob es richtig ist, Körper, die sich in einem andauernden vegetativen Zustand befinden, weiterhin als lebendig zu behandeln.

Das Teilhirntod-Kriterium findet eine wachsende Zustimmung. Payne und Taylor (1993) befragten 1992 500 Neurologen, von denen die Hälfte meinte, man solle andauernd im vegetativen Zustand Befindliche als tot betrachten. 94 Prozent waren der Meinung, daß sie “besser tot” wären. Weniger als die Hälfte waren der Überzeugung, daß alle andauernd im vegetativen Zustand Befindlichen mit allen Mitteln behandelt werden sollten, und mehr als drei Viertel meinten, daß ein universelles Programm des Gesundheitssystems die Bezahlung für deren Versorgung beenden sollte. Neun von Zehn hielten es für moralisch gerechtfertigt, die Zufuhr von Flüssigkeit und Nahrung einzustellen, und zwei Drittel, die Organe des Patienten zur Transplantation zu verwenden.

Technologischer Wandel und Veränderungen des sozialen Todes

Der Bericht der Harvard Kommission von 1968 war für manche nicht mehr als ein Zusatz zu Regeln, wie man ein Beatmungsgerät benutzt (Gervais 1986). Die meisten geschichtlichen Darstellungen der Bioethik gehen von einem weitergehenden Trend zur Medizintechnik aus. Die Technik wird oft so dargestellt, daß sie, beginnend mit den Auswirkungen der In-Vitro-Fertilisation mit den Schwierigkeiten der Feststellung des Lebensbeginns bis hin zu den Beatmungsmaschinen und den Schwierigkeiten mit dem Lebensende, Probleme “erzeugt” hat. Ich stimme hingegen mit jenen überein, die der Meinung sind, daß die Technik keine neuen Probleme “erzeugt”, sondern uns nur bestehende bewußt macht, die wir bislang nicht erkannt haben (Emanuel 1991). Eine der Folgen der Technik ist, daß sie das “denaturalisiert”, was wir bislang als Ganzheit für selbstverständlich erachtet haben.

In-Vitro-Fertilisation und die “Dekonstruktion” der Elternschaft (Stanworth 1988) ist dafür ein Beispiel. IVF erzeugt keine Dilemma zwischen den im Konflikt stehenden Positionen der natürlichen und der sozialen Eltern. Diesen Konflikt gab es als Folge der Adoption seit der Vorgeschichte. Andererseits ermöglichte IVF en Konflikt zwischen genetischen Müttern und gebärenden Müttern, also zwischen zwei Rollen, die bislang nicht zu trennen waren.

Die jetzt erfolgende Neudefinition von Tod und sozialem Tod ist ebenfalls das Ergebnis der technologischen Dekonstruktion des Sterbens. Der Tod ist heute kein relativ schneller Prozeß mehr, sondern er gleicht eher einem “Syndrom” (Botkin and Post 1992), einem Muster von miteinander verknüpften Attributen. Die Auflösung dieses Musters zwingt zur Entscheidung, wie viele dieser Attribute notwendig sind, um jemanden für “tot” zu halten. Auf dieselbe Weisen müssen Psychiater entscheiden, wie viele psychiatrische Merkmale erforderlich sind, um jemanden als “schizophren” zu diagnostizieren. Im Fall des Hirntodes bringen nicht die Beatmungsmaschinen die Frage hervor, sondern sie zwingen uns dazu, uns dieser zuzuwenden, sobald die Maschinen Gehirnverletzungen und somatischen Tod auseinander treten lassen.

Man kann gegenüber dem technischen Fortschritt und der Anpassung der Ethik eine von vier Positionen einnehmen. Die erste Position geht davon aus, daß für die Ethik bedeutsame Veränderungen der Medizintechnologie niemals geschehen werden. Wie sich voraussehen läßt, übernehmen manche Befürworter des Ganzhirntod-Kriteriums diese Ansicht und weisen die Vorstellung zurück, daß technologischer Wandel eine genauere Bestimmung der Todesdefinition notwendig machen würde (Bernat 1992). Die zweite Position ist der Meinung, daß heute angemessene ethische Kategorien und logische Argumente beibehalten werden sollten, auch wenn man später, falls erforderlich, neue Logiken übernehmen kann. Das scheint auch das Argument anderer Befürworter des Ganhirntod-Kriteriums zu sein. Ein Ganzhirnkriterium mag in der Zukunft nicht mehr angemessen sein, aber es ist unter den gegenwärtigen technischen Bedingungen ein guter und konservativer Maßstab. Eine dritte Position geht dahin, daß jedes Gedankenexperiment, das die Überlegenheit einer Ansicht über eine andere zeigt, übernommen werden sollte.

Die Position, die ich hier unterstützte, ist ein Kompromiß. Wir müssen nicht alle Gedankenexperimente durchführen, aber wenn die Technologie unsere gegenwärtigen ethischen Ansichten in einer bestimmten, voraussehbaren Zeit unangemessen werden läßt, sollten wir unser Denken und unsere Gesetze auf eine solidere Grundlage stellen. Im Fall der Literatur über persönliche Identität sind nicht alle technologischen Gedankenexperimente plausibel. Beispielsweise diskutiert der Mediziner David Allen Batcher in seinem Buch “The Science of Star Trek” die technischen Bedindungen des Teleportationsmittels der Star Trek Serie und kommt zum Schluß, daß dies innerhalb unseres gegenwärtigen wissenschaftlichen Rahmens weitgehend unmöglich ist. Doch viele der Gedankenexperimente, beispielsweise auf der Grundlage von Hirntransplantationen, werden künftig realisierbar sein.

Einer der prinzipiellen Nachteile der Definition des Teilhirntodes entsteht durch die technische Möglichkeit, den Ganzhirntod zu diagnostizieren, während die Diagnose des irreversiblen Verlustes der zerebralen Funktionen schwieriger oder gar unmöglich ist. Veatch (1992) hat einen ausführlichen Überblick über die technische Zweideutigkeit der Diagnose des Ganzhirntodes gegegen. Andererseits sollten Fortschritte in der PET-Technik und anderen Visualisierungstechniken die Diagnose vereinfachen, daß bei einem Menschen der zerebrale Kortex irreversibel geschädigt ist, ohne monatelang warten zu müssen.

Hirngewebetransplantate und chemische Stimulation

Weil Technologie viele Gehirnfunktionen (spontane Atmung, kardiovaskuläre und neuroendokrine Regulierung) ersetzen kann, könnte eine genauere Definition der Funktionen, die nicht durch Technologie ersetzbar sind, geeigneter sein. Wir ersetzen Funktionen des Hirnstamms mit zunehmenden Erfolg.: Younger and Bartlett 1983

In Großbritannien ist für die Feststellung des Hirntodes nur erforderlich, daß der Hirnstamm zerstört ist. Viele Kommentatoren haben dazu bemerkt, daß es technisch möglich sei, die Funktionen des Hirnstamms durch intensive Überwachung zu ersetzen. Die Verlängerung des Lebens eines Patienten mit einem mechanischen Gehirnstamm, aber ansonsten intakter Kognition, würde die Unangemessenheit einer Hirnstammdefinition und vielleicht auch einer Ganzhirndefinition offenbaren, die implizit auf der primären Rolle des Hirnstamms basiert.

Die künftige Medizintechnik könnte es uns ermöglichen, den Hirnstamm am Leben zu erhalten oder ihn völlig zu ersetzen, so daß der durch den Ausfall des Hirnstamms bewirkte Tod verhindert wird.
Ray 1991

Die Wiederherstellung von Beschädigungen in den zerebralen Hemisphären ist heute noch nicht zu bewerkstelligen, aber die Entdeckung der spezifischen Plastizität des fötalen Hirngewebes und die Möglichkeit, das Wachstum und die Teilung von neuronalen Zellen mit neurotrophischen chemischen Mitteln oder mit der Gentechnik zu stimulieren, eröffnet die Möglichkeit, daß Patienten mit großen zerebralen Schäden, auf Grund derer man sie heute - jedenfalls gemäß der Teilhirndefinition - für tot erklären würde, die Funktionen teilweise wieder ausüben können (Tuszynski and Gage 1995, Valouskova and Galik 1995, Olson 1993). Natürlich werden sie dann weiterhin auf viele Weisen behindert sind und einen Großteil ihres Gedächtnisses verloren haben. Die Frage, die durch solche Techniken aufkommen kann, ist, wie viele der motorischen Fertigkeiten verloren gegangen und wie sehr das Gedächtnis und die Kognition beeinträchtigt sein müssen, um jemanden als tot, als “sozial tot” oder als so krank zu bezeichnen, daß “weitere medizinische Betreuung und Ernährung nicht mehr erforderlich sind”, falls diese Fähigkeiten wiederhergestellt werden können.

Der Ersetzung des (zerebralen) Gewebes durch die Transplantation neuer Hemisphären könnte die Wiederherstellung des Bewußtseins ermöglichen, aber das würde nicht bedeuten, daß man denselben Geist erhält, selbst wenn die neuen Hemisphären perfekte Duplikate der zerstörten wären. Es würde einen neuen und anderen Geist geben.
McMahan 1995

Die subjektive Erfahrung einer solchen Person würde wahrscheinlich dieselbe wie die eines Kindes sein. Langsam würden Bedeutung, der Erwerb sprachlicher Fähigkeiten und die Bildung eines Selbstkonzeptes sich ausbilden.

Wir könnten mit solchen Möglichkeiten wie mit hirntoten schwangeren Frauen umgehen, durch die wir die neues Leben entstehen lassen können, wenn wir ihre sozial toten Körper am Leben erhalten. In den USA würden wir die früher zum Ausdruck gebrachten Wünsche solcher Frauen achten, bis zum Ende am Leben erhalten zu werden. Manche würden sich, auch ohne daß die Frauen einen Wunsch zuvor geäußert haben, für die Entscheidungsfindung auch auf die Rechte von Ehegatten stützen. Andererseits respektieren wir die Bitte des Patienten oder von Angehörigen, eine Abtreibung bei schwangeren Frauen im andauernden vegetativen Zustand auf der Grundlage auszuführen, daß die Rechte der realen oder vorhergehenden Personen ein größeres Gewicht haben als diejenigen von potentiellen Personen. Weil potentielle Personen keine Rechte besitzen, könnte die frühere Person oder deren Angehörige fordern, daß die Wiederherstellungstechniken nicht zur Entstehung einer neuen Person eingesetzt werden sollten.

Vielleicht könnten wir das Verfahren noch komplexer machen, wenn wir fragen, ob Patienten es wünschen würden, daß ihre Gehirne von einem neuen Bewohner benutzt werden dürfen. Rechtlich formuliert lautet die Frage, ob der Nachfolger der Eigentümer des Besitzes des vorherigen Bewohners, ob er mit dem Ehepartner des Vorgängers verheiratet, für dessen Verbrechen verantwortlich ist etc. Das Konzept des sozialen Lebens und des sozialen Todes, wie es weiter oben vorgestellt wurde, legt nahe, daß sie nicht als dieselbe Person gelten sollten.

Neuronale Computer als Prothesen

Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von der Magie ununterscheidbar.
Arthur C. Clarke

Geforscht wird auch an der Konstruktion von Computerchips, in die hinein Nerven wachsen können und die eine Zwei-Wege-Kommunikation zwischen Neuronen und Computern möglich werden lassen (Agnew and McCreery 1990, Banks 1990, Seabrook 1994, Kovacs et al. 1995, Compston 1994). Derartige Gehirn-Computer-Schnittstellen eröffnen auch den Einsatz der Computertechnologie zur Wiederherstellung neuronaler Kapazitäten. Diese Technologien werden derzeit nur für periphere Nerven und zur Steuerung von Prothesen benutzt, aber in Verbindung mit dem neurotrophischen Wachstumsfaktor und der neurotrophischen Gentherapie können sie möglicherweise in Zukunft auch bei Hirngewebe eingesetzt werden. Fortschritte gibt es bereits für Seh- und Hörprothesen, angefangen von Cochlea-Implantate bis zu Schnittstellen mit optischen Nerven. Computertechniker entwickeln auch biologische Computer und Speichermedien sowie lernfähige Software und glauben an eine künftige Konvergenz organischer Computer mit der Software neuronaler Netze und der neuronalen Computerschnittstellen.

Man kann sich ohne weiteres vorstellen, daß die vegetativen Funktionen eines Patienten vollständig von komplexen Maschinen oder gut ausgebildeten medizinischen Experten übernommen werden können. Alle Probleme bei einer solchen Übernahme würden rein technischer Natur sein. Konzeptuelle Probleme entstehen hingegen mit der Ersetzung des Bewußtseins und der Kognition eines Patienten. Wir sehen es für unmöglich an, daß die Gedanken und Gefühle eines Patienten durch ein mechanisches Mittel ersetzt werden können und ihren wesentlichen Charakter dabei bewahren. Wenn die Ersetzung erfolgreich ist, würden die Gedanken und Gefühle nicht mehr diejenigen eines Menschen sein. Wenn sie unverändert bleiben würden, wäre die Ersetzung nicht erfolgreich. Das zeigt die wesentliche Verbindung zwischen höheren Hirnfunktionen und dem Weiterleben der Person. Mit der Ersetzung vegetativer Funktionen entsteht kein vergleichbares Problem. Wenn eine lebendige Person existieren soll, müssen die Denk- und Bewußtseinsprozesse die eines Menschen und nicht die einer Maschine sein.
Youngner and Bartlett, 1983

Youngners Zurückweisung einer möglichen Persönlichkeit in einem kybernetischen Medium ist eine verbreitete, wenn auch in der Minderheit befindliche Haltung im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der Kognitionswissenschaften. Die meisten Kognitionswissenschaftler gehen von der Behauptung aus, daß der Geist ein emergentes Phänomen der komplexen Materie ist und daß die Kybernetik den erforderlichen Komplexitätsgrad eines Gehirns erreichen wird. Natürlich muß man, wenn man die Möglichkeit eines selbstbewußten Maschinengeistes befürwortet, nicht automatisch dafür sein, daß sie entwickelt werden oder daß man ihnen “Menschenrechte” zuspricht, wenn es sie gibt.

Was Youngner vielleicht sagen wollte, ist den Gedankenexperimenten mit Gehirntransplantaten in der Literatur über persönliche Identität ähnlich (Wikler 1988). Wenn das Hirngewebe, das eine Person entstehen läßt, zerstört ist und durch Hirngewebe oder kybernetische Maschinen ersetzt wird, die eine neue Person entstehen lassen, wäre es nicht richtig, diese neue Person als identisch mit der zuvor existierenden zu betrachten. Das von solchen zerebralen Wiederherstellungstechniken aufgeworfene Dilemma ist jedoch, daß die neue Person manche Erinnerungen und andere Eigenschaften der vorhergehenden Person wieder erwerben könnte. Selbst ein vollständiger Hirntod und ganz gewiß ein Teilhirntod läßt vermutlich manche Gedächtnis- und Persönlichkeitsstrukturen bestehen, die von solchen Techniken wieder aktiviert werden könnten.

Kryonik und Nanotechnologie

Die kryonische Suspension, das Einfrieren von Köpfen oder sogar ganzen Körpern für eine spätere Wiederbelebung, ist eine weitere Technik, die unsere Vorstellung vom Tod in Frage stellen könnte. Alle Diagnoselisten zur Bestimmung des Hirntodes fordern den Ausschluß von Hypothermia, aber das macht keinen Sinn, wenn das Gehirn willentlich und dauerhaft eingefroren wird. Unsere gegenwärtige Todeskriterien passen nicht sehr gut auf eine Person, die in Zukunft vielleicht wieder ins Leben zurück gebracht werden kann.

Dummerweise verlangt das amerikanische Gesetz für jene, die sich diesem Verfahren unterziehen wollen, daß sie zuvor als klinisch tot erklärt werden müssen. Kryoniker glauben, daß eine künftige Wiederbelebung mehr Erfolg hat, wenn man mit dem Einfrieren vor dem somatischen Tod, auf jeden Fall vor dem Hirntod, beginnen würde. Kryonische Firmen wurden bereits des Mordes beschuldigt (und von dieser Anklage freigesprochen), weil sie versäumt haben, einen Arzt den Tod feststellen zu lassen, bevor mit dem Suspensionsverfahren begonnen wurde. 1993 entschied das oberste Gericht Kaliforniens, daß man einem Mann mit einem Gehirntumor im Endstadium nicht den Kopf entfernen durfte, bevor er gestorben war. Die Kryoniker oder eher die anwesenden Ärzte mußten eine schnelle Todesdiagnose machen und konnten erst dann die Suspension einleiten.

Kryoniker geben zu, daß das Einfrieren zum Bruch vieler zellulärer Membranen führt und daß die mikrozelluläre Reparatur die primäre Herausforderung der Wiederbelebung darstellt. Daher haben die Kryoniker begeistert die neue Forschungsrichtung der Nanotechnologie (Drexler 1986, Drexler and Peterson 1991, Regis 1995) begrüßt, die verspricht, künftig mikroskopisch kleine und selbstreplizierende Roboter zu schaffen, die sich im gefrorenen Gewebe bewegen können, ohne weitere Membranen zu beschädigen, und die in der Lage sind, zerstörtes Gewebe zu erkennen und es zu reparieren. Die Kryoniker gehen davon aus, daß die Nanotechnologie innerhalb der nächsten hundert Jahre so weit ist.

Natürlich entstehen aus der Nanotechnologie nicht nur für die Wiederbelebung von Eingefrorenen, sondern für alle medizinischen und industriellen Bereiche Versprechungen. Visionäre sagen die Konvergenz der Molekularmedizin mit der Gentherapie und Nanotechnologie voraus, um Mittel zur Behandlung jeder Erkrankung zu schaffen und das Immunsystem so zu verstärken, daß es Krankheiten vor ihrem Ausbruch erkennen und bekämpfen kann. Eine wachsende Zahl von Enthusiasten der Nanotechnologie glauben, daß, zusammen mit dem zuvor besprochenen Trend zu neuronalen Computern, Nanomaschinen Gehirnstrukturen und -aktivitäten völlig ersetzen und/oder in neue Medien übertragen können. In der Science Fiction und der Cyberkultur nennt man das “Uploading” (Dery 1996).

Materielle Interessen und die Neudefinition des Todes

Wenn und falls diese Technologien der Wiederherstellung vorhanden sein werden, stehen große materielle Interessen auf dem Spiel. Diese Technologien werden in der Zeit entwickelt, in der in der industrialisierten Welt der Bevölkerungsanteil der alten Menschen weiter anwächst. Die Zahl der Gehirntoten und der andauernd im vegetativen Zustand Befindlichen wird von gegenwärtig 10000 Betroffenen zu jedem Zeitpunkt auf eine viele Mal größere Anzahl steigen, während die Technologie immer größere Erfolge erzielt, sie am Leben zu erhalten. Die Zahl der Menschen mit einer so starken Demenz, daß sie funktional den andauernd im vegetativen Zustand Befindlichen gleichzusetzen sind, kann auf viele Hunderttausende anwachsen.

Die erwähnten Technologien werden, zumindest am Beginn, sehr teuer und ihre Verbreitung und Anwendung wird sehr umstritten sein. Die biologischen und kybernetischen Personen, die aus ihrer Anwendung entstehen, werden ebeno umstritten sein. Wahrscheinlich wird eine Gesellschaft mit vielen teuren Technologien, zwischen denen man auswählen kann, und angesichts der Neigung zum Eigentum und der Beziehungen von neuen Personen in alten Körpern explizit auf die Wiederherstellung von plötzlichen und vollständigen Zerstörungen des Gehirns auf der Grundlage des Prinzips “ein Körper - ein Persönlichkeitsversuch” verzichten. Andererseits wird der schrittweise erfolgende Einsatz dieser Modalitäten bei progressiven neurologischen Krankheiten zur Aufrechterhaltung einer kontinuierlichen Empfindung der persönlichen Identität als erstrebenswerter Beitrag zur Lebensqualität akzeptiert werden. Wahrscheinlich wird es verbindlich werden, daß wir eine neurologische Wiederbelebung bei unsicheren Diagnosen versuchen, wenn sie nicht von der Person vorher untersagt worden ist, auch wenn dies zur Entstehung einer neuen Person führen kann.

Eine postbiologische Definition des Todes

Sieht man vom Ende der uns bekannten Zivilisation ab, so wird die Technologie in der Zukunft die Heilung schwerer Hirnverletzungen und vielleicht sogar die Übertragung des menschlichen Denkens in andere Medien ermöglichen. In Antizipation dieser Technologien können wir, selbst wenn man sie nur als Gedankenexperimente akzeptiert, den Beginn von weiteren Veränderungen unserer Definition des Todes erkennen. Mit der Wiederherstellung des Hirnstammes und anderer den Körper steuernden Strukturen müssen wir zunächst anerkennen, daß die Zerstörung der “integrativen” Funktionen des Körpers eine unangemessene Definition des Todes ist, weil die soziale Person davon nicht berührt wird.

Wenn wir einmal mit der Wiederherstellung von Verletzungen des zerebralen Kortex beginnen werden, werden wir, wie ich glaube, dazu genötigt, über eine neokortikale Teilhirntod-Definition hinauszugehen und zu einer Definition des Todes kommen, die den Schwerpunkt auf die Kontinuität des subjektiven Selbstbewußtseins legt. Wer den Eindruck eines kontinuierlichen Selbstbewußtseins - egal in welchem Medium - besitzt, wird als soziale Person mit den entsprechenden Rechten und Pflichten gelten.

Schließlich werden diese Technologien grundsätzlich das Konzept einer kontinuierlichen und einheitlichen Persönlichkeit selbst in Frage stellen. Derek Parfit (1984) hat dies für die personale Identität dargelegt, was in der Philosophie und der Bioethik bislang noch nicht ernsthaft aufgenommen wurde. Jetzt eröffnet die empirische Forschung beunruhigende Folgen.

Trotz unseres gegenteiligen Gefühls ist Bewußtsein eines nicht: eine tief in unserem Gehirn befindliche Entität, die mit dem “Selbst” zusammenhängt, mit irgendeinem Bewußtseinskern, der für die Vorstellung verantwortlich ist wie der “Mann hinter dem Vorhang”, der die Illusion im “Zauberer von Oz” erzeugt. Nachdem man danach über ein Jahrhundert lang gesucht hat, sind die Hirnforscher bereits seit langem zu dem Schluß gekommen, daß es keinen erkennbaren Platz für solch ein Selbst gibt, das sich im Gehirn befindet, und daß es ein solches einfach nicht gibt.
Nash, Park and Wilworth, 1995

Wenn wir einmal neurologische Funktionen steuern, gestalten sowie an- und ausschalten können, wird der trügerische Eindruck einer kontinuierlichen Selbstidentität noch deutlicher werden. Wenn wir die grundlegende Annahme der Ethik der Aufklärung, die Existenz eines autonomen Individuums, fallen lassen, befinden wir uns jenseits des begrifflichen Rahmens der gegenwärtigen Bioethik. Sicher gibt es ethisch begründete Weltanschauungen, die von der Theokratie bis zum Kommunismus reichen, in deren Zentrum nicht das autonome Individuum steht. Aber wir wollen hoffen, daß wir bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir diese Gedankenexperimente ernst nehmen, geeignete Konzepte entwickelt haben, die auf unseren geschätzten liberalen demokratischen Werten beruhen, wenn diese dringend gebraucht werden.

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James Hughes Ph.D., the Executive Director of the Institute for Ethics and Emerging Technologies, is a bioethicist and sociologist who serves as the Associate Provost for Institutional Research, Assessment and Planning for the University of Massachusetts Boston. He is author of Citizen Cyborg and is working on a second book tentatively titled Cyborg Buddha. From 1999-2011 he produced the syndicated weekly radio program, Changesurfer Radio. (Subscribe to the J. Hughes RSS feed)



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